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Chef der Internationalen Energieagentur warnt vor Benzinmangel in Europa im Sommer

Chef der Internationalen Energieagentur warnt vor Benzinmangel in Europa im Sommer

Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Martin JuenSymbolbild

Der Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA) Fatih Birol hat gewarnt, dass die USA und die EU in diesem Sommer mit einer Treibstoffkrise konfrontiert werden könnten, da sich die Lage auf dem Ölmarkt verschärft habe. Birol zufolge wird Europa von den Engpässen wahrscheinlich stärker betroffen sein, da es nicht nur von Ölimporten, sondern auch von aus Erdöl gewonnenen Produkten abhängig ist. Der IEA-Vertreter erklärte:

“Wenn die Hauptferienzeit in Europa und den USA beginnt, wird die Kraftstoffnachfrage steigen. Das würde wiederum zu Engpässen führen: zum Beispiel bei Diesel, Benzin oder Kerosin, vor allem in Europa.”

Birol äußerte außerdem die Befürchtung, dass Europa ein harter Winter bevorstehen könnte, in dem der Gasverbrauch möglicherweise rationiert werden müsste, vor allem in Ländern, die den Brennstoff aus Russland importieren. Obwohl die Staats- und Regierungschefs der EU ein Embargo gegen russisches Gas noch nicht in Betracht ziehen, wurde ein solcher Schritt nicht ausgeschlossen, nachdem sie versprochen hatten, die Käufe aus Russland auslaufen zu lassen.

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Nach Ansicht des IEA-Chefs besteht die einzige Hoffnung darin, dass Europa einen kurzen und milden Winter erlebt. Er merkte auch an, dass eine Senkung der Standardtemperaturen für das Heizen von Gebäuden um zwei Grad das Problem wenigstens abmildern könnte.

Birol warnte zudem, dass die sich anbahnende Treibstoffkrise ein echtes Problem sei, das weitaus schwerwiegender und lang anhaltender sein könnte als die Ölkrisen der 1970er- und 1980er-Jahre. Aus diesem Grund habe seine Agentur einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt, um die Volkswirtschaften besser auf die Knappheit vorzubereiten.

Die Vorschläge konzentrieren sich auf die Senkung des Kraftstoffverbrauchs in der EU und nicht auf die Lösung von Versorgungsproblemen wie die Wiederaufnahme des Kaufs russischer Produkte. Die IEA schlägt vor, den Individualverkehr aus den Großstädten zu verbannen, die Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel zu senken und strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen einzuführen. Birol sagte dazu:

“[Diese Vorschläge] würden keine großen Veränderungen im Alltag der Menschen bedeuten. Wir befinden uns in Kriegszeiten und in einer Energiekrise, und wir sollten uns auf noch schwierigere Zeiten vorbereiten. […] Ein paar Stundenkilometer langsamer zu fahren ist nur ein kleiner Kompromiss.”

Eine weitere Option, die die Organisation vorschlägt, ist der Zugriff auf die von der IEA verwalteten internationalen Ölreserven in Höhe von zwei Milliarden Barrel. Dies könnte jedoch nur nach einer gemeinsamen Entscheidung aller 31 Mitgliedsstaaten erfolgen.

Auch die Wiederbelebung des iranischen Atomabkommens, eine Verringerung des chinesischen Verbrauchs und der Einfuhren oder die Erhöhung der täglichen Fördermengen durch ein Land des Nahen Ostens wie Saudi-Arabien könnten die Krise entschärfen, so Birol.

Die EU unternahm am Montag einen weiteren Schritt, die die Versorgung Europas mit fossilen Brennstoffen erschweren wird, indem sie alle Importe von russischem Öl auf dem Seeweg verbot. Erdöl, das über Pipelines geliefert wird, wurde auf Wunsch Ungarns von den Sanktionen ausgenommen.

Das neue Paket wurde als Reaktion auf Moskaus militärischen Einmarsch in die Ukraine begründet. Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen äußerte die Hoffnung, dass der Schritt zu einer 90-prozentigen Reduzierung der Ölimporte aus Russland bis zum Ende des Jahres führen werde, obwohl die Öllieferungen auf dem Seeweg nur zwei Drittel der gesamten Rohöllieferungen Moskaus in die EU ausmachen.

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