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Flüge mit Privatjets in Deutschland 2022 auf Rekordniveau

Flüge mit Privatjets in Deutschland 2022 auf Rekordniveau

Quelle: Gettyimages.ru Archivfoto: Privatflugzeuge parken auf dem Flughafen auf der Nordseeinsel Sylt in Westerland, Deutschland, 07. August 2013.

Der Rechercheverbund von NDR und Süddeutscher Zeitung nannte am Donnerstag unter Berufung auf die Europäische Flugsicherheitsorganisation (EUROCONTROL) die Zahl von mehr als 94.000 Starts von Business-Flugzeugen im vergangenen Jahr in Deutschland – rund 260 Flüge täglich. Das seien insgesamt etwa 8.000 Flüge mehr gewesen als im Jahr 2021. Wie aus dem Bericht hervorgeht, waren Flüge mit Privatjets in Deutschland im Jahr 2022 auf ein Rekordniveau gestiegen. 

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Europaweit hätten Privatjets im vergangenen Jahr laut NDR und Süddeutscher Zeitung Treibhausgas-Emissionen von etwa 10 Millionen Tonnen CO₂ verursacht.

Fast drei Viertel der in Deutschland gestarteten Flüge seien kürzer als 500 Kilometer gewesen. Häufig geflogene Strecken waren demnach Hamburg – Sylt oder Berlin – München. Bei längeren Flügen war der mit Abstand häufigste Zielort Mallorca.

Der Klimaforscher Stefan Gössling kritisierte in dem Beitrag die Flüge als meist überflüssig. Zugleich betonte er, dass durch den “starken Zuwachs” bei den Privatflügen, “die sehr CO₂-intensiv” seien, jene auch “immer stärker zum Klimawandel beitragen”. Gössling, der Professor an der schwedischen Linnaeus-Universität ist, erklärte:

“Wir können aus Klima-Perspektive nicht länger zuschauen, dass viele Reisen mit dem Flugzeug gemacht werden, gerade mit Privatflugzeugen, die auch genauso gut mit der Bahn absolvierbar wären oder meinetwegen mit dem Privatwagen.”

Laut Bericht fliegen Flugzeuge oft auch leer. Viele Charterfirmen bieten demnach eine Art “Flug-Taxi-Service” an. Um den Kunden an einem von ihm bestimmten Startort abzuholen, würden die Jets zunächst oft leer dorthin fliegen.

Kleinere Betreiber von Privatjets sind laut Bericht trotz klimaschädlicher Treibhausgase zudem vom europäischen Emissionshandel befreit. Sie profitierten demnach von einer Ausnahmeregelung beim EU-Emissionshandel. Erst ab 1.000 Tonnen CO₂ pro Jahr werde ein Preis fällig, der eigentlich für Luftverkehrsunternehmen obligatorisch ist.

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