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Kroatischer Präsident: “Müssen wir denn amerikanische Sklaven sein?”

Kroatischer Präsident: "Müssen wir denn amerikanische Sklaven sein?"

Quelle: AFP © Joel EstayDer kroatische Präsident Zoran Milanović (Mitte) sieht sich das Halbfinalspiel der kroatischen Nationalmannschaft am 13. Dezember 2022 während seines Staatsbesuchs in Punta Arenas, Chile, an.

Der kroatische Präsident Zoran Milanović hat sich am Sonntag kritisch gegenüber der westlichen Politik antirussischer Sanktionen geäußert. Milanović nahm an den Gedenkfeiern zum 31. Jahrestag der internationalen Anerkennung der Republik Kroatien und zum 25. Jahrestag der “Rückeingliederung” des Donauraums nach dem serbisch-kroatischen Bürgerkrieg in Vukovar teil. In der Festtagsrede nahm er auch zur Ukraine-Politik seines Landes und der EU Stellung, die er deutlich kritisierte: 

“Unser Plan können nicht Sanktionen [gegen Russland] und Putin sein. Das ist Unsinn. Wir werden nichts erreichen. Selbst Milošević hat man nicht mit Sanktionen gebrochen.”

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Die Entscheidung über die Ausbildung ukrainischer Soldaten oder eine Einmischung in den Krieg sollte die Wahl Kroatiens sein, das nicht tun sollte, was die größeren Mächte ihm auferlegen. Er fügte hinzu, dass Washington und die NATO in der Ukraine “einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führen”.

Die USA würden von einem Krieg zum nächsten ziehen, ihnen dabei zu folgen sei nicht im nationalen Interesse des Landes.

“Was sollen wir sein? Amerikanische Sklaven?”,

fragte Milanović.

Er kommentierte auch ein Interview des kroatischen Premierministers Andrej Plenković für die französischen Medien, in dem dieser sich zur Ausbildung ukrainischer Soldaten in Kroatien äußerte. Milanović dazu: 

“Sie spucken in den französischen Medien auf kroatische Vertreter und kroatische Bürger.”

An den Regierungschef gerichtet:

“Beleidigen Sie niemals die demokratischen Vertreter Ihrer Bürger und Ihre Bürger in ausländischen Medien! Das ist das Minimum an Etikette.”

Das Vorhaben, in Kroatien ukrainische Soldaten auszubilden, hatte Mitte Dezember im Parlament in Zagreb nicht die nötige Mehrheit erlangt. Regierungschef Plenković, der das Vorhaben befürwortete und auch sonst eine proukrainische Politik betreibt, ging daraufhin in ausländischen Medien mit den kroatischen Volksvertretern scharf ins Gericht.

Präsident Milanović hingegen hatte schon zuvor den Konflikt in und um die Ukraine als “russisch-amerikanischen Krieg” bezeichnet und bekundet, sein Land heraushalten zu wollen. 

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