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US-Finanzministerin: USA durch Indiens Haltung zu Ölpreisobergrenzen ermutigt

US-Finanzministerin: USA durch Indiens Haltung zu Ölpreisobergrenzen ermutigt

Quelle: Gettyimages.ru © Kent Nishimura / Los Angeles TimesUS-Finanzministerin Janet Yellen

Die USA haben mit Indien ermutigende Gespräche über eine Preisobergrenze für russisches Öl geführt. Dies sagte US-Finanzministerin Janet Yellen in einem Interview mit Reuters. Die Quelle der Nachrichtenagentur im Ministerium sagte, dass Indien in dieser Hinsicht keine Versprechungen gemacht habe, sich aber bereit erklärt habe, mit der US-Seite zusammenzuarbeiten, und sich nicht “feindselig gegenüber der Idee” geäußert habe.

Am Samstag berichtete Yellen von produktiven Gesprächen zu diesem Thema mit mehr als sechs Gesprächspartnern am Rande des G20-Treffens der Finanzminister und Zentralbankchefs, das am 15. und 16. Juli in Indonesien stattgefunden hatte. Nach Angaben des US-Ministeriums hatte sich die Ministerin mit Vertretern aus Saudi-Arabien, Australien, Südafrika, der Türkei und Singapur getroffen.

Indonesische Finanzministerin: Preisgrenze für russisches Öl wird Energiekrise nicht lösen

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Nach Angaben eines Gesprächspartners von Reuters hatte Yellen vor der Reise nach Indonesien Gespräche mit ihrer indischen Amtskollegin Nirmala Sitharaman geführt, diese aber nicht am Rande des Gipfels getroffen. Gespräche zwischen den Finanzministerien der beiden Länder finden auch auf niedrigerer Ebene statt.

Die Idee einer Preisobergrenze für russisches Öl war erstmals auf dem G7-Gipfel Ende Juni diskutiert worden. So wollen die G7-Länder die Einnahmen Moskaus aus dem Ölverkauf verringern. Der japanische Premierminister Fumio Kishida erklärte, die G7 würden einen Mechanismus schaffen, bei dem die Obergrenze etwa die Hälfte des derzeitigen Preises betragee. Bloomberg schrieb, dass Washington mit seinen Verbündeten über eine Obergrenze von 40 bis 60 US-Dollar diskutiert habe.

Anfang Juli berichtete Bloomberg über die Absicht von US-Energieministerin Jennifer Granholm, Indien und Japan zu drängen, sich der Initiative anzuschließen.

Nachdem die USA die Einfuhr von russischem Öl verboten und die EU sie eingeschränkt hatte, begann Moskau, seine Lieferungen auf die asiatischen Märkte zu verlagern. Nach Angaben von Bloomberg erhöhte Indien in den letzten Monaten seine Treibstoffkäufe aus Russland deutlich. Zwischen dem 24. Februar und dem 30. Juni importierte das Land russisches Öl und russische Kohle im Wert von 8,8 Milliarden US-Dollar – mehr als im gesamten Jahr 2021. Reuters berichtete, dass Indien im Juni eine Rekordmenge von 950.000 Barrel Öl pro Tag von Russland gekauft hat.

Nach Ansicht der Analysten von JPMorgan Chase könnte Russland auf die Preisobergrenze mit einer Drosselung der Produktion reagieren, sodass der Preis für ein Barrel Öl auf 380 US-Dollar steigen könnte. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates und der ehemalige Präsident Russlands Dmitri Medwedew warnte vor einem Ölpreis von 300 bis 400 US-Dollar in einem solchen Szenario.

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