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Ex-Sicherheitsberater Bolton: China ist die größte Bedrohung für die Ukraine

John R. Bolton

Quelle: Legion-media.ru © Ron SachsWashington, D. C., USA, 28.01.2019. Nationaler Sicherheitsberater John R. Bolton im Weißen Haus.

Eine Analyse Andrew Korybko

Der berüchtigte Neokonservative John Bolton behauptete als Reaktion auf die Bekanntgabe von Chinas Zwölf-Punkte-Friedensplan für die Ukraine absurderweise, dass die Volksrepublik China die größte Bedrohung für die Ukraine darstelle. In seinen Worten: “Um es klar zu sagen, ich denke, China steht mit beiden Beinen auf der Seite Russlands. Und obwohl ich die Bedrohung, die China für Taiwan und Länder in Ost- und Südasien darstellt, nicht kleinreden will, würde ich sagen, dass das derzeit von China am stärksten bedrohte Land der Welt die Ukraine ist.”

Dies ist schlichtweg Humbug. China möchte aufrichtig einen Waffenstillstand zwischen den beiden direktesten Gegnern im Ukraine-Konflikt vermitteln, zwischen Russland und Kiew, und zwar aus fünf Gründen, die mit den objektiven nationalen Interessen Pekings zusammenhängen.

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Warum China einen Waffenstillstand möchte

Erstens ist der anhaltende Stellvertreterkrieg zwischen der NATO und Russland in der Ukraine katastrophal für die Globalisierung, von der Chinas langfristige großen strategische Ziele abhängen. Alles, was die damit verbundenen strukturell-systemischen Störungen reduzieren kann, die durch diesen Konflikt verursacht werden, wird von Peking unterstützt.

Zweitens ist der kollektive Westen darauf aus, diesen Stellvertreterkrieg auf unbestimmte Zeit fortzusetzen, was die oben genannten Störungen zum Nachteil Chinas und des globalen Südens verschärft. Die zweitgenannte Gruppe dieser Entwicklungs- und Schwellenländer schätzt Chinas aufrichtige Bemühungen, die Folgen des von den USA provozierten Krieges für sie abzumildern, wodurch Chinas Ansehen bei der großen Mehrheit der Menschheit steigen wird.

Drittens: Da die Ukraine der Schauplatz dieses Stellvertreterkrieges ist, steht sie durch die eigene, von der NATO unterstützte geplante Offensive sowie jene der Russen bald vor weiteren Zerstörungen. China will dieses Szenario abwenden, und das nicht nur aus den zuvor erläuterten humanitären und strategischen Gründen, sondern auch, weil Peking immer noch beträchtliche Investitionen in dieser ehemaligen Sowjetrepublik hält. Indem China sein Bestes tut, weitere Zerstörungen zu verhindern, versucht es, ebendiese Investitionen zu schützen.

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Viertens wurde die Ukraine von China in den vergangenen zehn Jahren als Brücke konzipiert, um seine große strategische Vision der transkontinentalen Konnektivität über die Belt and Road Initiative (BRI) zu ermöglichen. Die Volksrepublik hatte vorgesehen, dass die Ukraine vom chinesisch-europäischen Handel profitiert, der über die eurasische Landbrücke durch ihr Territorium fließen könnte. Aber dies erfordert die Beendigung des Stellvertreterkriegs zwischen der NATO und Russland sowie die Wiederherstellung der Beziehungen zu Moskau. Obwohl dies sehr schwierig sein wird, will China es trotzdem versuchen.

Es geht darum, das Schlimmste zu verhindern

Und schließlich: Falls die NATO aus Verzweiflung massenhaft – gar von “Söldner” bediente – moderne Waffensysteme nach Kiew entsendet, um die militärisch-strategische Dynamik umzukehren, die derzeit zugunsten Russlands tendiert, und damit Erfolg haben wird, dann könnte Moskau in Notwehr dramatisch eskalieren. Die Ukraine bekäme dann offensichtlich die Hauptlast ab, was auch immer als Nächstes geschehen mag. Um dieses schlimmste und möglicherweise sogar nukleare Szenario abzuwenden, will China deshalb dringend einen Waffenstillstand vermitteln.

Die fünf in dieser Analyse geteilten Punkte widerlegen somit die absurde Behauptung Boltons, China stelle die größte Bedrohung für die Ukraine dar. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, da diese neutrale, multipolare Großmacht alles in ihrer politischen Macht Stehende tut, um die weitere Zerstörung der Ukraine zu verhindern, die bestimmt eintreten wird, wenn nicht bald ein Waffenstillstand erreicht wird. Kiew täte daher gut daran, Pekings Friedensplan ernsthaft zu prüfen und den Druck der USA zurückzuweisen, ihn zu ignorieren.

Aus dem Englischen.

Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger US-Politologe, der sich auf die US-Strategie in Afrika und Eurasien sowie auf Chinas Belt and Road Initiative, Russlands geopolitischen Balanceakt und hybride Kriegsführung spezialisiert hat.

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