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Kolomoiski wird Aneignung von Geldern größter Bank der Ukraine verdächtigt

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Quelle: AFP © SERGEI CHUZAVKOVDer ukrainische Geschäftsmann Igor Kolomoiski am 2. September bei einer Gerichtsverhandlung in Kiew

Am Donnerstag hat das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) eine Anklage gegen den Oligarchen Igor Kolomoiski erhoben. Laut einer offiziellen Erklärung soll er sich von Januar bis März 2015 Finanzmittel der größten Kreditinstitution des Landes angeeignet haben. Es habe sich um eine Summe von 9,2 Milliarden Griwna gehandelt (umgerechnet etwa 233 Millionen Euro entsprechend dem heutigen Währungskurs). Mithilfe der Gelder habe Kolomoiski die Finanzierung einer Offshore-Gesellschaft und die Erhöhung des eigenen Anteils im Grundkapital der Privatbank geplant.

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Nach Angaben des NABU sei zur Umsetzung des Plans die Bank künstlich gezwungen worden, das Geld an ein kontrollierbares Unternehmen zu zahlen, um eigene Anleihen zu einem überhöhten Wert zurückzukaufen. Von der Gesamtsumme seien mehr als 446 Millionen Griwna (etwa 11,2 Millionen Euro) auf die Konten von drei Organisationen und später von zwei weiteren juristischen Personen überwiesen worden, um die Gelder zu legalisieren. Letztlich sollen die Mittel auf Kolomoiskis Konto gelandet sein. Danach habe der Oligarch sie in das Grundkapital der Privatbank eingebracht, um die Anforderungen der Zentralbank der Ukraine zu erfüllen.

Außer Kolomoiski gelten mehrere Ex-Mitarbeiter der Privatbank, darunter der ehemalige Vorstandsvorsitzende und sein Stellvertreter sowie einige Abteilungsleiter als Verdächtige. Ihre Namen gibt das NABU nicht bekannt. Kolomoiski wird in der Erklärung auch nicht direkt genannt: Die Behörde spricht von einer Person, die den Posten des Leiters des Gebietes Dnjepr bekleidete. Zum Zeitpunkt des vermeintlichen Verbrechens übte gerade Kolomoiski dieses Amt aus. Es wird betont, dass alle oben erwähnten Personen der Aneignung und Unterschlagung des fremden Vermögens durch Amtsmissbrauch sowie der Geldwäsche und der Falschbeurkundung im Amt verdächtigt würden.

Seit dem 2. September bleibt Kolomoiski in Untersuchungshaft mit der Möglichkeit, eine Kaution in Höhe von 509 Millionen Griwna (etwa 12,8 Millionen US-Dollar) zu hinterlegen. Kolomoiski, einer der reichten Geschäftsmänner der Ukraine, ist als Mitbegründer der Privatbank und Besitzer des populären TV-Senders 1+1 bekannt. Außerdem gilt der Oligarch als langjähriger Förderer des Präsidenten Wladimir Selenskij, der einst als Schauspieler tätig war.

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