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Nigerias Ex-Präsident: Westliche Demokratie ist in Afrika gescheitert

Nigerias Ex-Präsident: Westliche Demokratie ist in Afrika gescheitert

Quelle: AFP © PHILL MAGAKOEAuf dem Archivbild: Der Gesandte der Afrikanischen Union am Horn von Afrika und nigerianische Ex-Präsident Olusegun Obasanjo spricht bei einer Pressekonferenz im südafrikanischen Pretoria, 2. November 2022

Nigerias Ex-Präsident Olusegun Obasanjo hat in einer öffentlichen Rede erklärt, warum das westliche Demokratie-Modell auf dem afrikanischen Kontinent nicht Fuß fasst. Bei einem Event in Abeokuta, der Hauptstadt des Bundesstaates Ogun, erklärte der Politiker, dass die Demokratie nach westlicher Art in Afrika nicht richtig funktioniere, weil sie den afrikanischen Staaten von den Kolonialmächten aufgezwungen worden sei.

Das westliche Modell sei demnach auf dem Kontinent gescheitert, weil es die Meinung des größten Teils der Bevölkerung außer Acht lasse. Der frühere Staatschef begründete seine These damit, dass beim westlichen Modell eine aus wenigen Menschen zusammengesetzte Regierung für das ganze Volk entscheide.

“Diese wenigen Menschen sind Vertreter nur eines Teils der Bevölkerung. Sie vertreten nicht vollrechtlich das ganze Volk.”

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Statt dieses liberalen westlichen Modells sprach sich Obasanjo für die Schaffung der sogenannten afrozentrischen Demokratie aus, die die Geschichte und die Kultur der afrikanischen Völker mitberücksichtigen müsse. Die Schwäche und die Unbeständigkeit des westlichen Modells rührten von seiner Geschichte, seinem Inhalt, seinem Kontext und seiner Umsetzung her. Die Afrikaner sollten daher die Wirksamkeit der liberalen Demokratie hinterfragen.

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs nimmt der Konkurrenzkampf um Afrika zu. Um sich von Russland und auch von China unabhängig zu machen, suchen die USA und die EU nach neuen Partnern auf dem Kontinent. Zu den wichtigsten Bedingungen für eine solche Partnerschaft zählen dem Westen zufolge Demokratie und Menschenrechte. Heute leben 1,4 Milliarden Menschen in Afrika. Im Jahr 2050 werden es voraussichtlich 2,5 Milliarden sein. Inzwischen investieren China, die Türkei und die Golfstaaten in Afrika, indem sie Infrastrukturen errichten und sich den Zugang zu Rohstoffen sichern. Auch Russland baut Kontakte zu afrikanischen Ländern aus.

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