In eigener Sache

Pensionskassen in Gefahr

Pensionskassen in Gefahr

Quelle: www.globallookpress.com © Stefan Boness/Ipon via www.imagoSymbolbild: Baustelle in Berlin

Es ist eine Nebenwirkung der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt, aber sie könnte beträchtlich sein – Presseberichten zufolge könnten viele Pensionskassen dadurch in Schwierigkeiten geraten.

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Es gibt in Deutschland 134 Pensionskassen, die teils für eine Zusatz-, teils für eine Komplettversorgung zuständig sind. Schon in der jahrelangen Niedrigzinsphase war immer mal wieder bekannt geworden, dass einzelne dieser Pensionskassen Probleme haben, ihren Mitgliedern noch eine Absicherung zu ermöglichen. Dies traf vor allem freie Berufe wie Ärzte, Apotheker und Rechtsanwälte, die früher sehr vorteilhafte Bedingungen vorfanden.

Infolge der niedrigen Zinsen waren auch diese Pensionskassen, wie etwa die Lebensversicherungen, auf der ständigen Suche nach Anlagemöglichkeiten, die ausreichend Rendite boten. Ein Beispiel für die neuen Probleme lieferte nun die Zusatzkasse der Steinmetze. Sie könnte durch die Investition von fünf Millionen Euro in ein Berliner Immobilienprojekt in existentielle Schwierigkeiten geraten.

An dem Projekt, 200.000 Quadratmeter am Kurfürstendamm für Büros, Einzelhandel und Gastronomie, beteiligten sich auch andere Versicherungen. Es sollte in der zweiten Jahreshälfte fertig werden und eine Verzinsung von fünf Prozent bieten, also genau die Höhe, die Versicherungen für ihre Rentabilität brauchen (weshalb auch die mit Steuermitteln garantierte Verzinsung der Autobahngesellschaft auf dieser Höhe liegt). Sogar die Versorgungsanstalt des Bundes war mit beteiligt.

Die Zusatzkasse der Steinmetze hatte ihre fünf Millionen Euro allerdings als nachrangig angelegt. Das bedeutet, man erklärt sich selbst zu einem Gläubiger, der im Falle einer Pleite zuletzt bedient wird, und erhält dafür eine etwas bessere Verzinsung. 2021, als die fünf Millionen angelegt wurden, sah das wie eine sichere Sache aus.

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Nun steht das Bauprojekt, wie viele andere bundesweit, seit Monaten still, weil höhere Baukosten und fallende Immobilienwerte die Projektentwicklerfirmen dutzendweise in die Pleite treiben. Das ursprünglich mit 1,5 Milliarden Euro bewertete Objekt ist nur noch 879 Millionen wert, und die Baukosten sind um 150 Millionen gestiegen. Das heißt, es ist fraglich, ob das Projekt überhaupt fertiggestellt wird.

Es ist kaum anzunehmen, dass die übrigen Pensionskassen wesentlich sicherer sind, denn die Anlagemöglichkeiten sind begrenzt. Die Zusatzkasse der Steinmetze mit 15.000 Versicherten ist nicht die einzige vergleichsweise kleine Pensionskasse ‒ bei denen der freien Berufe sind die Auswirkungen auf die Versicherten noch deutlich größer. Und schon im Zusammenhang mit der Signa-Pleite war bekannt geworden, dass bei einer ganzen Reihe der betrügerisch überbewerteten Projekte dieser Firma Versorgungskassen von Bund und Ländern ebenso beteiligt waren wie eine Reihe von Sparkassen.

Inzwischen fordern Vertreter von Pensionskassen eine staatliche Auffanggesellschaft, um Pleiten zu verhindern. Die Immobilienkrise selbst wird sich noch weiter entwickeln.

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