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Abrams in der Ukraine: Werden sie den Verlauf der Militäroperation beeinflussen können?

Abrams in der Ukraine: Werden sie den Verlauf der Militäroperation beeinflussen können?

Quelle: Gettyimages.ru © NurPhotoSymbolbild: Abrams-Panzer.

Von Andrei Rudenko

Der Mythos von der Unbesiegbarkeit der Abrams entstand nach dem Unternehmen “Desert Storm”, als die von den USA angeführten Koalitionstruppen die Panzerverbände der irakischen Armee zerschlugen. Dabei verloren die Vereinigten Staaten keine Panzer, während die irakischen Fahrzeuge mit Leichtigkeit abgeschossen wurden. Es sah beeindruckend aus, doch es gibt ein Detail. Den Abrams standen die veralteten T-55 und T-62 sowie die vergleichsweise modernen T-72 gegenüber, Letztere allerdings in der abgeschwächten Exportvariante: ohne die neuesten panzerbrechenden Granaten und mit einem schwachen Turm. Darüber hinaus hatten die irakischen Truppen überhaupt keine Luftunterstützung, im Gegensatz zu den Truppen der Koalition. Doch später begann der Mythos von den Abrams zu bröckeln.

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Seit 2008 erhielt die irakische Armee 140 Panzer vom Typ M1A1. Im Juni 2014 begann die Offensive der Terrormiliz ISIS im Norden des Irak. Die Regierung begann eine Operation zur Befreiung von Mosul, bei der auch die Abrams eingesetzt wurden. In den darauffolgenden Kämpfen wurden zwischen 48 und 80 irakische Panzer zerstört oder beschädigt. Daraufhin beschloss Irak im Jahr 2018, die US-amerikanischen Maschinen durch T-90 zu ersetzen. So wechselte die 34. Panzerbrigade, eine Eliteeinheit, vollständig von den M1A1 zu den T-90SI über.

In der Ukraine werden die Abrams indes mit einer ganz anderen Realität konfrontiert sein. Dazu kommen wir noch später und betrachten zunächst, was die in die Ukraine gelieferten Kampfmaschinen ausmacht.

Kiew wird das ältere Modell M1A1 ohne die geheime Panzerung mit abgereichertem Uran erhalten. Die Masse des M1A1 beträgt 61,3 Tonnen, die Besatzung vier Mann. Die Höchstgeschwindigkeit auf befestigten Straßen liegt bei 66,8 Kilometer pro Stunde, auf dem Feld bei 48 Kilometer pro Stunde. Die 120-Millimeter-Glattrohrkanone hat eine theoretische Reichweite von vier Kilometern. Der Gasturbinenantrieb sorgt für ein hohes Drehmoment und einen schnellen Start.

Die Ausstattung der Panzer wird allerdings geheim gehalten – es ist nicht bekannt, ob die ukrainischen Abrams mit dem Freund-Feind-Erkennungssystem “Blue Force Tracking” ausgerüstet werden.

Ebenfalls unklar ist, welche Geräte die USA zusätzlich zu den Panzern liefern: Sollten die Panzer mit Minenräumern ausgestattet sein, könnte das zu einem Problem für die russische Verteidigung werden.

Der M1A1 besitzt aber auch zahlreiche Nachteile. Listen wir hier einmal die wichtigsten auf:

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  • Schwache Bordpanzerung: selbst ältere Modelle von Granatwerfern können sie beschädigen, ganz zu schweigen von modernen Panzerabwehrwaffen;
  • Schlechte Abdichtung der Munition, die im Turm gelagert wird;
  • Hohe Anforderungen an die Wartung: zur Wartung von Gasturbinen ist besser ausgebildetes Personal erforderlich als zur Wartung von Dieselmotoren.

Und auch die Versorgung sollte nicht vergessen werden: Der M1A1 verbraucht viel Treibstoff, weswegen es zu logistischen Problemen kommen könnte.

In der Ukraine erwartet die Panzer im Gegensatz zum Irak eine echte Herausforderung: Die Abrams werden Minenfelder überwinden müssen, werden dabei aus der Luft und von der Artillerie beschossen werden, mit Drohnen angegriffen, und die Besatzungen der russischen T-90 werden Jagd auf sie machen.

Genau das erwartet die US-Panzer an der Saporoschje-Front – die verbrannten Leopard-Panzer könnten dies bezeugen. Zusätzlich werden die Abrams in der Ukraine keine Luftunterstützung wie während des Feldzugs im Irak haben. Darüber hinaus beginnt in wenigen Wochen die Schlammperiode, und die schweren Abrams erwartet eine Prüfung in unwegsamem Gelände.

Alle hier aufgelisteten Punkte führen zu dem Schluss: Diese Panzer werden den Verlauf der Militäroperation nicht ändern können. Inwiefern sie zu einer leichten Beute für die russischen Truppen werden, werden reale Kämpfe zeigen.

Übersetzt aus dem Russischen.

Andrei Rudenko berichtet seit 2014 über das Kriegsgeschehen im Donbass. Er arbeitet für die russische staatliche Rundfunkanstalt WGTRK. Man kann ihm auf seinem Telegram-Kanal folgen.

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