Ausland

Moskau und Bangui verhandeln über Ort für Militärstützpunkt in der Zentralafrikanischen Republik

Moskau und Bangui verhandeln über Ort für Militärstützpunkt in der Zentralafrikanischen Republik

Quelle: AFP © BARBARA DEBOUTAuf dem Bild: Ein Denkmal für russische Militärausbilder in Bangui, 22. März 2023.

Russlands Botschafter in der Zentralafrikanischen Republik Alexander Bikantow hat in einem Interview für die Nachrichtenagentur TASS eine Intensivierung von Kontakten auf höchster Ebene festgestellt. Der Diplomat verwies auf die jüngsten Besuche von Staatschef Faustin-Archange Touadéra, Premierminister Félix Moloua und dem Präsidenten der Nationalversammlung Simplice Mathieu Sarandji in Russland. Bikantow setzte diese Entwicklung mit dem Russland-Afrika-Gipfel in Verbindung, der im Juli 2023 in Sankt Petersburg stattgefunden hatte.

“Dieser positive Trend ist mit dem gegenseitigen Interesse verbunden, die Kooperation mit unserem Land zu stärken.”

Unter den erfolgreichsten Bereichen der Kooperation zwischen Moskau und Bangui nannte der Botschafter die militärisch-technische Zusammenarbeit. Nach seinen Angaben schätze die Regierung des Landes den Beitrag Russlands zur Stabilisierung der Sicherheitslage und zur Verhinderung eines weiteren Bürgerkrieges. Bikantow machte weitere militärisch-technische Lieferungen von der weiteren Entwicklung vor Ort abhängig. Gleichzeitig fügte er hinzu:

“Die Führung der Zentralafrikanischen Republik hat im Bedarfsfall nichts gegen eine Aufstockung der Zahl von Militärausbildern.”

Zentralafrikanische Republik bemüht sich um schnelle Lieferung von Getreide aus Russland

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Der Diplomat ging auch auf einen möglichen Militärstützpunkt Russlands im afrikanischen Land ein. Ihm zufolge liefen die Verhandlungen auf der Ebene der Verteidigungsministerien. Man wähle momentan einen passenden Standort. Zu den Terminen äußerte sich Bikantow nicht und verwies die Frage an die Militärbehörde in Moskau.

Als einen weiteren aussichtsreichen Bereich für die Zusammenarbeit bezeichnete der Botschafter die Landwirtschaft. Die Zentralafrikanische Republik gehöre zu den drei ärmsten Ländern der Welt. Der Großteil der Bevölkerung leide an Unterernährung. In diesem Kontext wären humanitäre Lieferungen von Getreide aus Russland weiterhin wichtig, fügte der Botschafter hinzu. Gleichzeitig hob er ein großes Potenzial des afrikanischen Landes hervor:

“In der jüngsten Vergangenheit wurden hier Baumwolle, Kaffee, Erdnuss und andere technische Kulturen angebaut.”

Jahrzehntelange blutige Bürgerkonflikte hätten diese Branchen aber beinahe völlig zerstört. Deswegen sei die Zentralafrikanische Republik an einem Beitrag Russlands zur Wiederherstellung ihrer Landwirtschaft interessiert. Der Botschafter verwies aber auch auf große finanzielle Schwierigkeiten des Landes.

Der Diplomat stellte zudem das Interesse der Regierung in Bangui an einer Kooperation mit den BRICS-Staaten fest. Obwohl die Zentralafrikanische Republik bislang keinen offiziellen Antrag auf einen Beitritt gestellt habe, betrachte das afrikanische Land die BRICS-Gruppe als ein wichtiges Element der neuen multipolaren Welt und als eine Alternative für die westliche Hegemonie. Bikantow äußerte die Meinung, dass Bangui gerne eine Einladung für Veranstaltungen im Rahmen der BRICS-Aktivitäten annehmen würde.

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